Dank Digitalisierung Patienten optimaler versorgen

Dank Digitalisierung Patienten optimaler versorgen

Herr Kaiser, Digitalisierung ist eines der wichtigsten Themen, mit denen sich Unternehmen heute auseinandersetzen müssen. Was bedeutet das konkret für die Pharmabranche?
Die Digitalisierung beeinflusst alle massiv – auch unsere Branche. Wir wollen die digitalen Optionen nutzen, um bessere Leistungen anzubieten, die unseren Kunden bessere Ergebnisse bringen. Um das zu erreichen, müssen wir digital lernen, digital und integrativ arbeiten, Prozesse verbinden und Innovationen nicht nur von den Wirkstoffen her denken. Noch mal: Die Welt wird digitaler – und wir müssen die Potenziale digitaler Technologien nutzen, um langfristig Mehrwert zu bieten und im Interesse von Arzt und Patient bessere Ergebnisse zu liefern.

Neben der Entwicklung von Wirkstoffen, welche Innovationschancen sehen Sie durch die Digitalisierung?
Lassen Sie es mich mit vier D’s zusammenfassen: Data, Diagnostics, Device und Drug. Idealerweise greifen alle Bereiche (digital) ineinander. Beispiel: Ein Sensor misst den Blutzuckerspiegel im Blut. Die Ergebnisse werden an ein Gerät übermittelt, das anhand der aktuellen sowie vorhandenen Daten die korrekte Insulinmenge berechnet, die dann über eine Pumpe injiziert wird. Der ganze Prozess wird automatisiert und die Gesundheit gewinnt! Darüber hinaus nutzen wir auch bereits bei der Entwicklung von innovativen Arzneimitteln die gezielte digitale Analyse von Daten. Sanofi fördert die Nutzung künstlicher Intelligenz und innovativer digitaler Technologie, um die nächste Generation therapeutischer Lösungen voranzutreiben.

Können Sie uns ein Beispiel für Digitalisierung im Pharmabereich nennen?
Nehmen Sie die virtuelle Diabetes-Klinik „Onduo“. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames „Outcome-Projekt“ von Sanofi und Verily Life Sciences. Dessen Ziel besteht darin, die Lebensqualität von Menschen, die an Diabetes und anderen Krankheiten leiden, zu verbessern und langfristig zu erhalten. Wichtig ist es, dass umfassende Lösungen angeboten werden, die unter anderem Devices, Software, Beratung und Medizin umfassen. Das beinhaltet auch den Austausch von Erfahrungen zwischen Patienten. Onduo nutzt einzigartige Synergien: Die Google-Tochter Verily bringt ihre Erfahrungen aus den Bereichen Software, Analytics und „low power“-Chipdesign ein. Von Sanofi kann die Diabetes-Erfahrung in innovativen Behandlungsgebieten, klinischer Entwicklung und im Diabetes-Management genutzt werden. Solche Kooperationen sind die Zukunft im Gesundheitsbereich, die Grenzen zwischen Branchen und Disziplinen verschwinden.

Wie nutzen digitale Lösungen den Patienten?
Wir müssen Kundenbeziehungen in Zukunft durch das Sammeln und die Analyse von Informationen wesentlich produktiver gestalten – zum Vorteil und Nutzen der Patienten. Wer mehr weiß, kann bessere Ergebnisse liefern. In der Vergangenheit hat der Arzt eine Tablette verschrieben und der Patient wusste oft nicht so recht, was er eigentlich nahm und warum. In der Zukunft wird es Therapiekonzepte geben, die dem Patienten ermöglichen, seine Therapie aktiv zu begleiten. Das sollte zu wesentlich besseren Therapieerfolgen führen: Der Prozess ist interaktiv, Patient und Arzt wissen früher, ob eine Therapie greift, was möglicherweise besser funktioniert und auch was nicht funktioniert. Das klappt aber nur, wenn möglichst alle vier D’s – Data, Diagnostics, Device und Drug – umfassend berücksichtigt werden.

Clemens Kaiser, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sanofi in Deutschland