Economic Footprint der Gesundheitswirtschaft

Economic Footprint der Gesundheitswirtschaft

Zum Beispiel treiben pharmazeutische Unternehmen den medizinischen Fortschritt durch die Entwicklung innovativer Wirkstoffe und Medikamente voran. Zudem gehört die pharmazeutische Industrie zu den überdurchschnittlich investierenden Branchen und setzt damit Wachstumsimpulse für andere Branchen. Deutschland ist der weltweit drittgrößte Produzent von Medizintechnik – nach den USA und Japan. Die Medizintechnik ist wie die Pharmaindustrie ein Bereich mit überdurchschnittlich hohem Forschungsanteil und bildet damit die zweite Säule des medizinischen Fortschritts. Schwerpunkte medizintechnischer Forschungsprojekte liegen auf Bildgebenden Verfahren, Informationstechnologie, Biomaterialien sowie Zell- und Gewebstechnik. Gelungene Innovationen sind von hohem Nutzen für die Patienten – zum Beispiel durch raschere und bessere Diagnosen, Behandlung bislang nicht therapierbarer Krankheiten oder minimalinvasive Operationstechniken.

Dennoch kommt die Gesundheitsindustrie oft allenfalls als Kostenfaktor vor. Für viele ist daher noch immer überraschend: Der größte Sektor der deutschen Wirtschaft ist die Gesundheitswirtschaft. Sie erwirtschaftet elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Gesundheitswirtschaft bietet für Millionen von Menschen zukunftssichere Arbeit: Jeder siebte Beschäftigte in Deutschland leistet seinen Beitrag, um die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung in Deutschland und der Welt zu sichern. Diese Zahlen hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in mehreren Studien errechnet und belegt.

Der BDI hat dieses Thema aufgegriffen und im Jahr 2013 den „Ökonomischen Fußabdruck“ ausgewählter Unternehmen der industriellen Gesundheitswirtschaft berechnen lassen. Die Studie erbrachte Zahlen, die die Wachstumsstärke, die Innovationskraft und den Exporterfolg der industriellen Gesundheitswirtschaft belegen:

  • Unternehmen der industriellen Gesundheitswirtschaft wachsen mit 4,4 Prozent überdurchschnittlich.
  • Erfolgreicher Export sichert deutsche Arbeitsplätze: 75 Prozent der Produktion gehen ins Ausland.
  • Jeder neue Arbeitsplatz im Sektor Gesundheit generiert 2,5 Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftsbereichen.

Alle sieben analysierten Unternehmen forschen und produzieren in Deutschland, wachsen aber vor allem wegen des Exports: Rund drei Viertel der Produktion gehen ins Ausland. Dieser Exporterfolg sichert Arbeitsplätze in Deutschland. „Der Erhalt von Arbeitsplätzen, die Schaffung von Arbeitsplätzen, ist elementar für unsere Gesellschaft und für den Wohlstand der Menschen in unserem Land“, sagte BDI-Präsident Grillo anlässlich der Präsentation der Studienergebnisse des WifOR-Institut für Wirtschaftsforschung und der TU Berlin. Die vom BDI vorgelegten Zahlen belegen den Erfolg der Branche. Volkswirtschaftlich ist das ein enormer Gewinn. Diese Leistung wird aber in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer so gesehen und anerkannt. Das wollen wir ändern. Daran arbeiten wir im BDI mit dem Ausschuss für Gesundheitswirtschaft, damit Deutschland zum Leitmarkt und Kompetenzzentrum für Gesundheitswirtschaft wird.


"The Economic Footprint" - Summary | 342 KB

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Das deutsche Gesundheitssystem ist komplex. Deshalb hier ein vereinfachter Überblick über die Hauptakteure, ihre Aufgaben und Funktionen als Video.

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Deutschlands vernetzte Kliniken retten Leben

Schlaganfall, Herzinfarkt, Unfall – wenn es wirklich ernst wird, entscheiden oft Information zur richtigen Zeit in den richtigen Händen über ein Patientenschicksal. In Deutschland greifen drei Systeme des Gesundheitswesens ineinander: die Versorgung durch niedergelassene Ärzte, das Rettungswesen und die Notfallaufnahmen im Krankenhaus. Doch gerade zwischen diesen dreien stockt der Informationsfluss. Digitale Kommunikation kann hier Abhilfe schaffen. Gegen zentral gespeicherte Patientendaten aber wehren sich noch immer viele. Dabei, so Prof. Dr. med. Axel Ekkernkamp, ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Berlin-Marzahn (UKB), können digitale Krankenakten Leben retten.

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